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Symposium: Hat wissenschaftliche Leistung ein Geschlecht?
Vorträge / Seminare / Symposien
von: 29.11.2012 09:30 bis: 29.11.2012 16:00
Ort: Rektoratssaal der Medizinischen Universität Wien, Spitalgasse 23, 1090 Wien
„Hat wissenschaftliche Leistung ein Geschlecht?“
Ergebnisse und Perspektiven der Exzellenzdebatte
Im dritten und letzten Teil der Symposiumsreihe werden die wichtigsten Ergebnisse der Debatte rund um wissenschaftliche Exzellenz zusammengefasst. Es wird gezeigt, welche Auswirkungen Exzellenzinitiativen auf Hochschulen, deren Leistungsfähigkeit und Forschung haben und wie Bewertungs- und Auswahlverfahren im heutigen Wissenschaftssystem die Chancengleichheit von Frauen und Männern erschweren oder sogar verhindern. Ebenso werden Best-Practice-Modelle präsentiert, Handlungsfelder definiert und Ansätze für Veränderungen auf dem Weg zu einem innovativen und gleichzeitig chancengerechten Wissenschaftssystem vorgestellt.
Moderation: Isolde Charim, Philosophin und freie Publizistin
Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten Sie um Anmeldung unter: gendermain@meduniwien.ac.at
Ein genaues Programm folgt im Herbst, nachstehend finden Sie Kurzbeschreibungen der einzelnen Vorträge sowie der ReferentInnen, das vorläufige Programm ist als PDF angefügt.
Kurzbeschreibung der Vorträge und ReferentInnen:
Eliteuniversitäten – die Spaltung des Hochschulssystems, Michael Hartmann, TU Darmstadt
Die seit 2005 laufende Exzellenzinitiative hat in Deutschland zu einer massiven Spaltung der Hochschullandschaft geführt. Auf der symbolischen Ebene wurde eine zuvor unbekannte Aufteilung in Elite und Masse durchgesetzt. Bei der Verteilung der Forschungsmittel war die Konzentration auf die Gewinner doppelt so stark wie in der Zeit davor. Allein die ersten sechs können mehr als ein Drittel der Gelder auf sich vereinigen. Der Wettbewerb hat nach dem Matthäusprinzip die Starken weiter gestärkt und die Schwachen weiter geschwächt.
Exzellenzmatrix und der Weg zur Professur, Karoline Rumpfhuber, MedUni Wien, Nicole Schaffer, Schaffer Research
Der Beitrag präsentiert die Highlights aus den Diskussionen zu Gender und Exzellenz der beiden vorangegangen Symposien und veranschaulicht die Debatte am Beispiel der Neukonzeption von Berufungsverfahren. Im Spannungsfeld von Professionalisierung und Tradition an medizinischen Universitäten werden Leistungsbewertung und Selektionsprozesse kritisch unter die Lupe genommen. Transparente Verfahren, Quoten oder Search Committees sind Beispiele für aktuelle Lösungsansätze - diese und andere Good Practices werden mit den Fallstricken der etablierten Wissenschaftskultur zusammengedacht.
The Gendered Construction of Scientific Excellence, Teresa Rees, Universität Cardiff und Leadership Foundation of Higher Education Wales
There has been a shift in focus from the ‘problem’ of getting more women into science to the role of gender in the construction of scientific excellence. Who decides what is ‘excellent’? How do they acquire those roles? How do gender schemas influence decision-making about what is excellent?
Questions are now also being asked about how gender is addressed as a key variable in research. Large clinical trials tend to be conducted exclusively on men and male animals. Women are expected to accept a less evidence-based medicine.
Increasingly, funding bodies and journals are responding to this gap and tools, websites and case studies have been developed that illustrate the important advantages of taking gender into account in research.
Das Innovationspotential von Gender, Martina Schraudner, TU Berlin und Fraunhofer Gesellschaft
Die Erhöhung des Frauenanteils insbesondere in Führungspositionen in der Wissenschaft ist keine Frage der Gerechtigkeit, sondern für die Organisationen mit Vorteilen verbunden. Dazu reicht es jedoch nicht aus Frauen mit enabling-Maßnahmen zu Führungspositionen zu befähigen. Die Organisationen müssen vielmehr glaubhaft kommunizieren, warum sie den Frauenanteil steigern wollen und bereit sein, ihre eigenen Strukturen und Prozesse zu hinterfragen. Eine stärkere Beteiligung von Frauen insbesondere in forschungsstrategischen Entscheidungsgremien ist hier ein wichtiges Stellglied. Neuartige partizipative Ansätze, nutzerzentrierte Technologieentwicklung und Stakeholdereinbezug können dazu beitragen mehr Frauen gerade auch für technische Forschungsthemen zu begeistern und letztendlich neue Marktchancen zu realisieren.
ReferentInnen und Moderation:
Isolde Charim ist Philosophin und freie Publizistin, wissenschaftliche Kuratorin am Bruno Kreisky Forum zu den Themen Diaspora und Demokratie. Langjährige Lehrtätigkeit an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien.
Michael Hartmann ist Professor für Soziologie an der TU Darmstadt. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Elitesoziologie, Management- und Hochschulforschung im internationalen Vergleich.
Teresa Rees was Pro Vice Chancellor at Cardiff University (2004-10) and now combines strategic work for Cardiff University with being the Director for Wales of the Leadership Foundation for Higher Education. She focuses on the analysis of education, training and labour market policies with a gender perspective.
Karoline Rumpfhuber ist Mitarbeiterin der Medizinischen Universität Wien im Bereich Gender Mainstreaming. Ihre Forschungs- und Beschäftigungsschwerpunkte sind Wissenschaftskommunikation und Geschlechterverhältnisse in der Wissenschaft. Sie war Koorganisatorin der Symposiumsreihe "Hat wissenschaftliche Leistung ein Geschlecht? Aktuelle Beiträge zur Exzellenzdebatte" an der Medizinischen Universität Wien.
Nicole Schaffer, Mag.a der Kommunikationswissenschaften, firmiert seit 2012 unter Schaffer Research – Forschung. Beratung. Entwicklung. Zuvor langjährige Mitarbeit am Zentrum für Wirtschafts- und Innovationsforschung (Joanneum Research), an der Universität Wien sowie der Österr. Kulturdokumentation. Schwerpunkte: Beschäftigung / HR in Forschung und Entwicklung, Forschungspolitik und -förderung, Gleichstellung, Gender & Innovation, Gender Budgeting.
Martina Schraudner leitet seit 2008 das Fachgebiet "Gender- und Diversity-Aspekte in Organisationen" am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb an der Technischen Universität Berlin und ist in der Zentrale der Fraunhofer Gesellschaft für die Forschungsplanung für den Bereich Nutzungszentrierung und Stakeholderintegration zuständig.
Für die Dauer des Symposiums organisieren wir für Sie gerne Kinderbetreuung. Falls Sie dieses Service benötigen, geben Sie uns bitte bis spätestens 24. Oktober 2012 Ihren Betreuungswunsch bekannt.




